Zitadelle Spandau

SpandauDie Zitadelle Spandau ist eine der besterhaltenen Rennaissance-Festungen Deutschlands. An der Festung wurde des Öfteren herumgewerkelt, Beschädigungen ausgebessert, Anbauten errichtet, alles zum Schutze der Festung und seiner Bewohner. Im 16. Jahrhundert waren Eroberer nicht zimperlich. Erobern, rauben, morden, brandschatzen und wieder weg, das war die Devise.

Die ältesten Teile der Zitadelle Spandau stammen aus dem Mittelalter. Das Spandauer Wahrzeichen, der Juliusturm stammt aus den Anfängen des 13. Jahrhunderts und dürfte das älteste Gebäude der Stadt sein.

Der Braunschweig-Wolfenbütteler Herzog Julius war Namensgeber für den Juliusturm, der als letzte Zuflucht auf der Burg diente. Für eine lange Zeit diente der Turm als Verlies für Straftäter, bevor später bis 1918, hier in der Zitadelle Spandau, unter strengster Bewachung, der Reichskriegsschatz gelagert wurde, die Reparationszahlungen Frankreichs nach dem verlorenen Krieg 1870/71.Das angrenzende Wohngebäude im Palast stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Der Spandauer Landtag beschloss 1559, die Burg nach modernsten Gesichtspunkten zur Festung auszubauen. Begründet wurde dies mit dem notwendigen Schutz der Bürger Spandaus. Die Arbeiten wurden zügig in Angriff genommen und 1594 beendet.

Durch eine Explosion, deren Grund bis heute nicht vollständig geklärt werden konnte, wurde die Bastion Kronprinz im Jahre 1691 vollständig zerstört und 1692 wieder aufgebaut.

Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage um eine Kaserne an der Nordseite sowie einem Magazingebäude im Osten erweitert. Ab den 30er Jahren arbeiteten in verschiedenen Bauten des Komplexes über 300 Mitarbeiter des Heeresgasschutzlaboratoriums an der Entwicklung chemischer Kampfstoffe.

Hin und wieder wird in den Medien lanciert, dass Albert Speer und Rudolf Heß in der Spandauer Zitadelle inhaftiert waren. Dabei handelt es sich um einen schlecht recherchierten Irrtum. Beide waren, wie andere inhaftierte Kriegsverbrecher auch, im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis festgesetzt.

Die Zitadelle ist heute Heimat unterschiedlicher Kultureinrichtungen und dient rund 10.000 Fledermäusen im Winter als Quartier.