Schloss Schönhausen – Pankow

Gräfin Sophie zu Dohna-Schlobitten erwarb 1662 die Länderein Pankow und Niederschönhausen, damals noch weit vor den Toren Berlins gelegen. Auf dem Rittergut von Niederschönhausen errichtete sie ein Herrenhaus mit Meierei in holländischem Stil. 1680 ließ der Nacheigentümer, Ernst von Grumbkow, das Herrenhaus sozusagen runderneuern und zu einer dreiflügeligen Anlage mit zwei Obergeschossen umbauen. Nach dem Tod des Eigentümers verkaufte dessen Witwe das Haus samt Ländereien für 16.000 Taler an Kurfürst Friedrich III.

Der Kurfürst ließ lediglich kleinere Umbauten vornehmen bis König Friedrich I. für das Schloss Erweiterungen beauftragte. Dabei wurden im Süden und Norden Flügel angebaut, die Wohnung für die königlichen Besucher sollte größer werden. Eine prächtige Gartengestaltung begleitete die Erweiterungen. Sein Sohn, König Friedrich Wilhelm I., der 1713 den Thron bestieg, ließ das Schloss dann mehr und mehr verwahrlosen.

Mit einem Besuch der damaligen Königin Christine, der Gattin des Kronprinzen, die sich sofort in das Schloss mit der schönen Lage verliebte, endete der fortwährende Verfall. Ihr Gatte, König Friedrich II (der alte Fritz). schenkte ihr nach der Thronbesteigung im Jahr 1740 das Schloss, wo diese fortan jedes Jahr bis 1797 die Sommermonate verbrachte. Sie lebte vom König getrennt, der sie daher auch nie in Schloss Schönhausen besuchte. Königin Christine gestaltete das Schloss im Laufe der Jahre zu einem Rokokojuwel um.

Mit dem Tod der Königin verfiel Schloss Schönhausen mitsamt Garten in einen langen Dornröschenschlaf, der selbst durch die Kämpfe um das eingeschlossene Berlin nicht gestört wurde. Als Kriegsfolge wurden lediglich einige kleinere Schäden festgestellt, die 1945 von einer Pankower Künstlerinitiative repariert wurden. Schon im September des gleichen Jahres konnte Schloss Schönhausen für eine Kunstausstellung eingesetzt werden.

Im Anschluss legte das Schloss an Bedeutung wieder zu und diente von 1949 bis 1960 als Sitz des Staatsoberhauptes der DDR, bevor es ab 1964 als Staatsgästehaus genutzt wurde. In der Folge waren hier weltpolitische Persönlichkeiten wie Michail Gorbatschow, Indira Gandhi oder Ho Chi Minh zu Gast.

Seine historisch bedeutendste Rolle spielte Schloss Schönhausen als Verhandlungsort der „Zwei-plus-Vier-Gespräche“ zur Wiedervereinigung Deutschlands.

Schloss Schönhausen Pankow Öffnungszeiten

Eintrittspreis: 6 € ermäßig 5 €

Öffnungszeiten:

bis 31. März 2011 Samstag und Sonntag, 10–17 Uhr Besichtigung nur mit Führung  April bis September 2011 Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr Dienstag bis Freitag Besichtigung nur mit Führung Montag geschlossen  Oktober bis Dezember 2011 Samstag und Sonntag, 10–17 Uhr Besichtigung nur mit Führung