Schloss Köpenick

In der Nähe der Dahmemündung in die Spree liegt Schloss Köpenick auf einer Insel. Eine Brücke führt über den Schlossgraben zum Altstadtkern von Köpenick und dem Köpenicker Rathaus.

Wohnsitz für einen König

Der Kurfürst von Brandenburg, Joachim II., verfügte 1558, im Renaissance-Stil ein Jagdschloss zu erbauen. Es erhielt zwei Wehrmauern und zwei Wohnflügel, ansonsten ist über den anfänglichen Bau, der vom Baumeister Wilhelm Zacharias errichtet wurde, nicht sehr viel überliefert.

König Friedrich I. ließ das Schloss ab 1677 durch den Architekten Rutger van LangervelKöpenickt erweitern. Zwischen 1679 und 1682 entstand der nördliche Pavillon. Langervelt wurde 1684 vom Architekten Johann Arnold Nering abgelöst, der für das neue Hoftor sowie die Schlosskirche mit dem Wirtschaftsflügel verantwortlich zeichnete. Der Bau der Schlosskirche ging auf Initiative von Elisabeth Henriette von Kassel zurück, die später als Gemahlin mit Ihrem Ehemann, König Friedrich I. hier wohnte.

Bis 1690 wurde Schloss Köpenick zu einer dreiflügeligen Anlage ausgebaut. Zunächst erhielt der nördliche Pavillon einen Mitteltrakt, im Süden entstand ein neuer Pavillon, damit erhielt das Schloss seine heutige Form. Durch Vermauerung der Arkaden wurde 1750 die Galerie verändert. Die Torhäuser kamen zwischen 1804 und 1806 hinzu, 1884 wurden aus dem Schweizer Schloss Haldenstein ein Ofen und das Getäfel nach Berlin verkauft und in das Schloss Köpenick eingebaut.

Neue Bestimmung als Museum Schloss Köpenick

1938 veranlasste Wilhelm Unverzagt eine archäologische Untersuchung des Schlosses, wobei ein großer Teil der Fundamente freigelegt wurden. Durch die Teilung Berlins nach Kriegsende wurde das dezentrale Schloss ein idealer Standort für die Kunst. Zu einem Museum wurde Schloss Köpenick jedoch erst 1963. Im Jahre 1994 wurde mit umfangreichen Restaurierungsarbeiten begonnen, bei der alte Bebauungsteile freigelegt wurden. Nach Fertigstellung der Restaurierung wurde das Schloss im Frühjahr 2004 wiedereröffnet und ist nun Mitglied des Kunstgewerbemuseums staatlicher Museen Berlin.

In der Schlosskirche finden inzwischen regelmäßig Konzerte statt, dabei kommt auch die historisch-barocke Orgel der Firma Mitteldeutscher Orgelbau, mit ihren 14 Registern, zwei Manualen und einem Pedal zum Einsatz.