Glienicker Brücke Berlin

Glienicker, BrückeKenner und Nostalgiker behaupten, die reizvollste und schönste Landschaft Berlins liege im Südwesten der Stadt, dort wo Berlin endet und Potsdam beginnt. Damit sind unter anderem die Seen und die sich anschließenden Wälder gemeint, die die beiden Städte voneinander trennen. Als Bindeglied zwischen den beiden Städten fungiert an dieser Stelle die „Agentenbrücke“, die im wirklichen Leben Glienicker Brücke heißt. Der Jungfernsee befindet sich nördlich der Brücke, im Süden begrenzt die Glienicker Brücke die Glienicker Lake und den Tiefen See.

Zum Ende des 17. Jahrhunderts wurde am jetzigen Standpunkt der Glienicker Brücke erstmals für den Adel eine schmale Holzbrücke errichtet, damit die Blaublüter ohne Umwege von den Potsdamer Schlössern zu ihren Jagdgründen gelangen konnten. 100 Jahre nach ihrer Errichtung wurde die Glienicker Brücke dann durch die Eröffnung einer Postlinie zwischen Potsdam und Berlin für die Allgemeinheit zugänglich. Der rege Verkehr machte bereits 1777 einen Neubau erforderlich. Die neue Glienicker Brücke war als Zugbrücke konstruiert und wurde, entsprechend den damaligen Gepflogenheiten, mit Zollhäuschen versehen. Der ständig steigende Ansturm der Brückennutzung führte 1834 zur Einweihung der dritten Version der Glienicker Brücke, erstmals aus Stein. Im November 1907 schließlich entstand die heute noch erhaltene und genutzte Glienicker Brücke als viertes Exemplar. Durch Eröffnung des Teltowkanals und der einsetzenden Motorisierung war die Glienicker Brücke Nummer drei inzwischen ebenfalls nicht mehr zeitgemäß.

Die Glienicker Brücke gelangte während des Kalten Krieges zu einer gewissen Berühmtheit. Hier tauschten die Sowjetunion und die USA immer wieder ihre Spione aus. Heute ist sie ganz unspektakulär als Bundesstraße 1 von Berlin nach Aachen in das normale Straßennetz zwischen Berlin und Potsdam eingebunden, bietet allerdings bei der Überfahrt einen sehr schönen Panoramablick über die Berliner Havellandschaft mit den Binnenwasserstraßen Havel und Teltowkanal.

Schon die Herrscher Preußens erkannten die idyllische Schönheit dieser Berliner Landschaft und richteten rund um das Schloss Klein-Glienicke einen Park ein. Die Gebäudeteile des Schlosses ließ Prinz Carl von Preußen zwischen 1824 und 1860 durch Ferdinand von Arnim, Ludwig Persius und Karl Friedrich Schinkel kunstvoll in mediterranem Stil umbauen und gestalten. Dabei ragt die Löwenfontäne, die der in der römischen Villa Medici nachempfunden ist, als besonders sehenswert heraus.