Flughafen Tempelhof Berlin

Geplant war der Flughafen Tempelhof ursprünglich als gigantisches Flugkreuz in Europa. Bei seiner Einweihung 1941 wurde ein, erst 1923 eröffnetes Flugfeld, stillgelegt. Es war den Nationalsozialisten, wie so vieles, nicht gigantisch genug. Der neue Flughafen Tempelhof gelangte über seinen Architekten Ernst Sagebiel als größtes Gebäude des Kontinents in das Guinnessbuch der Rekorde.

Nach der gigantischen Niederlage der Nationalsozialisten mutierte der gigantische Flughafen Tempelhof zum Berliner Lebensretter. Nach Sperrung aller Landverbindungen aus den westlichen Besatzungszonen nach Berlin wurde der Flughafen Basis für die Versorgung der Stadt aus der Luft. Die Westalliierten richteten eine Luftbrücke ein, im Minutentakt landeten Flugzeuge mit lebenswichtigen Versorgungsgütern für die Bevölkerung.

Der innerstädtische Flughafen Tempelhof bediente nach Ende der Luftbrücke noch bis 1975 den Flugverkehr von und nach Berlin, bevor er geschlossen wurde. Die allgemeine politische Entwicklung und das damit verbundene steigende Passagieraufkommen, veranlasste die Alliierten, Tempelhof für den zivilen Flugverkehr 1985 wieder zu eröffnen. Im Zuge der Wiedervereinigung und dem Abzug alliierter Soldaten wurde der Flughafen 1993 durch die US Air Force an die Berliner Flughafengesellschaft übergeben. Aufgrund des neuen Flughafens Berlin-Schönefeld, der dieses Jahr den Flugbetrieb aufnehmen sollte, wurde Tempelhof am 30.Oktober 2008 für den Flugverkehr endgültig geschlossen. Zumindest soweit es den Personenverkehr betrifft.

Jetzt besitzt Berlin eines der größten Gebäude des Kontinents, inzwischen denkmalgeschützt, in zentraler Lage. Der Versuchung, hier irgendwelche riesigen Bauprojekte zu starten, konnte man gottseidank widerstehen. Das Gebäude wird für Messen und Großveranstaltungen genutzt, aus dem Rollfeld wurde ein innerstädtischer Park für unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten.

Der Flugbetrieb wurde inzwischen wieder aufgenommen, Modellbauflieger und Lenkdrachenbesitzer können sich derzeit hier ungehindert austoben.

Dabei werden die Parkanlagen nicht so bleiben, wie sie sich heute darstellen. Mit fehlenden Wegen, mangelnden Nutzungsangeboten für Kinder und nur minimaler Infrastruktur ist eine Weiterentwicklung zur urbanen Parklandschaft geplant. Diese soll vielfältigen Ansprüchen der Berliner Bevölkerung gerecht werden und einen hohen Freizeitwert erhalten. Mit etwas Glück entsteht hier eine städtische Parklandschaft, die in einigen Jahren einen ähnlichen Bekanntheitsgrad erlangt wie der Englische Garten in München.