Borsigturm Berlin

Es dauerte immerhin bis ins Jahr 1922, bevor in Berlin das erste Hochhaus errichtet wurde, weit weg vom Zentrum, auf dem Gelände der Berliner Borsigwerke. Dort steht es immer noch, als Zeuge einer vergangenen Epoche. Rund um den Borsigturm herum wurde inzwischen vieles abgerissen, nur der Turm steht in Treue fest auf seinem Platz. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass das Gelände der ringsum abgerissenen Gebäude bisher architektonisch nicht wirklich sinnvoll aufgearbeitet werden konnte.

Wahrzeichen der Borsigwerke

Erbaut wurde der 65 Meter hohe Borsigturm auf einer Fläche von 20 mal 16 Meter unter dem Eindruck der damals in Berlin herrschenden Wohnungsnot sowie den beengten Platzverhältnissen. Kaum errichtet war der Turm auch schon Wahrzeichen des damals europaweit größten Lokomotivenherstellers Borsig. Die Wirtschaftskrise von 1929 hat das Unternehmen nicht überlebt, Borsig war 1931 zahlungsunfähig und wurde vom Staat übernommen.

Der Borsigturm wurde zunächst als Stahlskelettbau errichtet, dessen Fassaden anschließend gemauert wurden. Architekt des Hochhauses Nummer eins in Berlin war der Architekt Eugen Schmohl, er baute später auch das Ullsteinhaus in Tempelhof. Ob beim Bau des Borsigturms amerikanische Vorbilder Pate standen oder eher der Turm des Wernerwerks in Siemensstadt, ist bisher nicht abschließend geklärt.

Renoviert und mit neuem Mut zum Leben im Borsigturm

Während der Borsigturm tatsächlich Büros in seinem Inneren beherbergt, kommen der Ullsteinturm und der Wernerwerkturm nur als grandiose Hülle für Wasserbehälter und Schornsteine daher. Gleichzeitig wandte die Berliner Industriearchitektur erstmals beim Borsigturm expressionistisches Formengut an. In den siebziger Jahren renoviert, hat der Turm heute alle folgenden Krisen meisterhaft bewältigen können, er wird inzwischen als Bürogebäude genutzt.  Nach seiner Renovierung in den siebziger Jahren ist der Borsigturm heute wieder auf dem Stand der Zeit. Die wechselvolle Geschichte des Borsigturms ist äußerst interessant. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass hier Hunderte von Menschen arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen ist es nicht verwunderlich, dass Führungen nicht möglich sind.