Berliner Funkturm

Der Berliner Funkturm wurde von Heinrich Straumer zwischen 1924 und 1926 als Sendeturm erbaut und steht inzwischen, inklusive dem gesamten Messegelände Berlins, unter Denkmalschutz. 2007 wurde er als historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieurbaukunst nominiert. Der in Berlin-Charlottenburg stehende Funkturm gilt als ein bekanntes Wahrzeichen Berlins. Die Deutsche Telekom betreibt den, früher von der Bevölkerung so genannten, „Langen Lulatsch“.

Zwei bautechnische Besonderheiten zeichnen den Funkturm aus. Im Vergleich zum Eiffelturm, der eine Grundfläche von 129 x 129 Meter aufweist, kommt der Funkturm mit 20 x 20 Metern aus, nicht gerade viel für einen Turm mit einer Höhe von immerhin knapp 147 Metern.

Am 25. September 1925 wurde der Sendebetrieb für Radiosendungen am Funkturm aufgenommen, ab 1929 gab es erste Versuchsendungen für das Fernsehen. Schon Ende 1933 wurde der reguläre Sendebetrieb für den Rundfunk am Funkturm eingestellt und vom neu erbauten Sendezentrum Berlin-Tegel übernommen, der Funkturm war nur noch ein Reservesender. Dafür wurde ab März 1935 das weltweit erste reguläre Fernsehprogramm abgestrahlt.

Während der sechs Jahre des Zweiten Weltkriegs wurde der Funkturm als Beobachtungs- und Warnposten genutzt, bis gegen Ende des Krieges Granaten eine der Tragstreben zerstörten, woraufhin das Restaurant ausbrannte. Für die Reparatur waren 7,2 Tonnen Stahl und 800 Kilogramm Schrauben erforderlich.

In den folgenden Jahrzehnten wechselten immer wieder die Anforderungen an den Funkturm und seinen Sendeleistungen, bis der reguläre Rundfunksendebetrieb 1973 endgültig eingestellt wurde.

Das Restaurant in 55 Meter Höhe und die Aussichtsterrasse auf einer Höhe von 125 Meter sind heute beliebte Ausflugsziele der Berliner und Bewohnern aus der Umgebung. Der installierte Express-Aufzug bringt einen schnell auf eine der beiden Ebenen, die einen beeindruckenden Ausblick auf die Stadt und das Umland bieten. Als Sendemast dient der Funkturm keiner allgemeinen Bestimmung mehr. Er ist lediglich noch für wichtige Landfunkdienste, wie Mobil- oder Polizeifunk im Einsatz.

Der Funkturm wird immer wieder für einige Zeit wegen Vorbereitungen zur Funkausstellung geschlossen.