Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz

Am 4. August 1965 wurde mit dem Bau des Telespargels begonnen, dem Berliner Fernsehturm, wie ihn übrigens die meisten Berliner nennen. Das Wort „Telespargel“ war von der ehemaligen DDR-Regierung gewünscht, ein Begriff, den die Berliner jedoch nie annahmen. Sie blieben bei Fernsehturm und wenn schon Spitzname, dann nannten sie ihn „Ulbrichts Imponierkeule“ oder „St Walther. Bei der Kostenentwicklung war die damalige DDR ihrer Zeit weit voraus. So wurde der Gesamtbauleiter Kürschner noch 1965 wieder von seinem Posten abberufen, da die bekannt gewordenen Kosten mit 200 Millionen Mark das Sechsfache dessen erreichten, was ursprünglich geplant war.

Der Grund lag in den notwendigen Einkäufen gegen Devisen im gesamten Europa. So wurden Klimaanlagen und Aufzüge in Schweden bestellt, Fenster kamen aus Belgien, Scheinwerfer und Verkleidung wurden aus der ehemaligen Bundesrepublik geliefert.

Einweihung nach vier Jahren Bauzeit des Telespargels

Am 3. Oktober 1969 wurde der Berliner Fernsehturm, nach gut vierjähriger Bauzeit, die ohne Pause Tag und Nacht anhielt, durch Walter Ulbricht, dem damaligen Staatsratsvorsitzenden eingeweiht und 4 Tage später zum Jahrestag der Gründung der DDR, eröffnet. Entgegen den üblichen Gepflogenheiten waren die Architekten nicht eingeladen. Ulbricht soll sich dermaßen über die kreuzförmige Kugelreflexion geärgert haben, dass er deren Teilnahme untersagte. Der Berliner Fernsehturm war zum Zeitpunkt der Fertigstellung mit 165 Metern Höhe, nach dem Moskauer Ostankino, der zweithöchste der Welt.

Großzügige Gestaltungsspielräume

Die Errichtung des Fernsehturms hatte eine allgemeine Umgestaltung des gesamten Bereichs zwischen Spree, Rathausstraße, Karl-Liebknecht-Straße und Bahnhof Alexanderplatz zur Folge, es entstand eine großzügige Freifläche mit Blumenrabatten, Baumgruppen und einer Springbrunnenanlage. Nichts erinnert mehr daran, dass man sich im historischen Stadtkern von Berlin aufhält.

Der Turm wurde nach der Wiedervereinigung von der Deutschen Telekom übernommen, die notwendige Renovierungsarbeiten unternahm und den Berliner Fernsehturm durch eine neue Antennenspitze um drei Meter erhöhte.

Um die Panoramaetage der Kugel in 203 Metern Höhe zu erreichen kann man die 986 Stufen der Schachttreppe hinaufspurten, was vermutlich mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Geht aber auch mit dem Aufzug in 40 Sekunden.